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Hybride Lehre an der FAU

Als hybride Formate in der Lehre gelten an der FAU alle Lehrformate, die den Lernenden eine Teilnahme in Präsenz oder Online gleichzeitig und gleichwertig ermöglichen. Beide Teilnehmendengruppen werden dabei gleichermaßen aktiv in die Lehrveranstaltung einbezogen und können sich „gleichberechtigt“ an der Veranstaltung beteiligen, d.h. keine der beiden Gruppen darf durch die Form der Teilnahme Nachteile erfahren. „Gute“ hybride Lehre erfordert eine Reihe von konzeptionellen, didaktischen, organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Mehrwerts dieses anspruchsvollen Formats sorgfältig geplant und gestaltet sein wollen. 

Treffen Sie die Entscheidung, ob sich Ihre Veranstaltung sinnvoll als hybrides Szenario umsetzen lässt, im Einzelfall und in Abhängigkeit von der Teilnehmendenschaft (z.B. Gruppengröße), formalen und technischen Gegebenheiten (z.B. Abstandsregeln, Verfügbarkeit von Endgeräten), den konkreten Lernzielen und -inhalten, den Lernaktivitäten und nicht zuletzt den verfügbaren personellen und technischen Ressourcen.

Es lassen sich verschiedene Ansätze für hybride Lehrformate skizzieren. Verstehen Sie diese bitte nicht als in sich geschlossene Konzepte, sondern kombinieren Sie diese je nach Bedarf und lassen Sie sich vielmehr zur individuellen Ausgestaltung jeder einzelnen Lehrveranstaltungssituation anregen.

Zentraler Erfolgsfaktor bei allen Formaten ist dabei stets die Ermöglichung und Unterstützung der Kommunikation und Interaktion zwischen Ihnen und den beiden Teilnehmendengruppen, den Onlinern und den Lernenden vor Ort. 

1. Konzepte für hybride Lehre

1.1 "Hybrides Klassenzimmer", die gleichzeitige Variante

Im hybriden Klassenzimmer sind alle Studierenden gleichzeitig anwesend und nehmen über unterschiedliche Medienkanäle an der Veranstaltung teil.

  • Eine Studierenden-Gruppe ist mit dem Lehrenden vor Ort (z.B. im Hörsaal, Seminarraum)
  • und gleichzeitig sind Studierende individuell von verschiedenen Orten aus online über z.B. eine ZOOM-Konferenz zugeschaltet.

Herausforderung: 

Den Studierenden, die nicht vor Ort sind, sein wollen, dürfen oder können, darf kein Nachteil entstehen.

Lösungsvorschlag:

In diesem Zusammenhang ist der Einsatz eines Konnektors/Ko-Moderators sehr wichtig. „Konnektoren“ sind i.d.R. Hilfskräfte, die mit den technischen Anforderungen des Videokonferenzsystems, sowie mit Raumkamera und -mikrofon vertraut sind und insbesondere die Online-Gruppe im Blick behalten. Sie koordinieren zeitlich und technisch die Interaktion mit den Online-Teilnehmer/-innen. Der Lehrende kann sich auf die inhaltlichen, didaktischen und gruppendynamischen Prozesse fokussieren und sowohl mit den anwesenden als auch mit den synchronen Online-Lernern über Plattformen wie Zoom oder Teams kommunizieren. Die Sitzungen können durch (a)synchrone Diskussionsforen und andere kollaborative Tools (z.B. in StudOn) ergänzt werden; insbesondere dann, wenn auch alle Vorort-Lernenden mit Endgeräten ausgestattet sind.  

1.2 Blended Konzepte für die hybride Lehre

Hier handelt es sich um eine Variante, die die gleichwertige digitale und physische Präsenz mit Elementen des Blended Learnings kombiniert. Blended Learning steht für den ausgewogenen Wechsel[1] („Mischung“) zwischen (meist asynchronem) selbstgesteuertem Lernen über Online-Medien und synchronen Gruppenphasen (digitale und/oder physische Präsenz) mit dem Lehrenden. Es ist also eine sinnvolle didaktische Kombination aus

  • asynchronen Angeboten, wie z.B. Erklärvideos, Vod- und Podcasts, interaktiven Lernfilmen, Online-Skripten, Lernmodulen, Readern, Aufgaben über StudOn) zur Wissensvermittlung
  • und gemeinsamer synchroner Zeit für die Interaktion und den Austausch: Diskutieren, Argumentieren, Üben, Klärung von Fragen, Lernsozialisation.

Herausforderung:

Blended Learning braucht eine gute, didaktisch durchdachte und klar strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitung und motivierende Begleitung für die Studierenden sowie eine verlässliche und durchgängige Betreuung durch die Lehrperson, z.B. durch Online-Sprechstunden Forum, oder Gruppen-Chat. 

Lösungsvorschlag:

In der Praxis empfehlen wir zunächst eine Präsenz-Auftaktveranstaltung, um den Semesterplan, die empfohlene Arbeitsweise im Kurs, die Inhalte, Fragen, Anforderungen und die Lernzielkontrollen zu klären. Gleichzeitig sorgt das persönliche Kennenlernen für eine erste Sozialisierung der Gruppe untereinander und mit der Lehrperson. Danach startet die asynchrone Online-Phase, in der sich die Studierenden das bereitgestellte Material (z.B. Lernmodule, Vorlesungsaufzeichnungen, Erklärfilme, Übungen) selbstständig erarbeiten.

Es folgt dann erneut eine synchrone Sitzung (in Präsenz vor Ort und gleichzeitig per Videokonferenz) zum Austausch auf inhaltlicher Ebene und zur Vertiefung der Gruppenprozesse und nachhaltigen Unterstützung des sozialen Lernens und der Motivation. Dann gehen die Lernenden erneut in eine Online-Phase usw. Die Lehrveranstaltung endet mit einer synchronen Abschlusssitzung. 

1.3 Hybrides Inverted Classroom

Das „umgedrehte Klassenzimmer“ steht für die Einteilung der Lehre in drei grundsätzlichen Phasen: 

  • Inhaltsvermittlungsphase online/asynchron: Die Inhaltsvermittlung erfolgt in Selbststudium, z.B. mit Online-Lernmodulen, Erklärvideos, Lernfilmen, Übungen, etc.
  • Austauschphase synchron in Präsenz oder online via Videokonferenz: die Anwendung bzw. die interaktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten bzw. die Diskussion findet in Präsenz/Videokonferenz statt.
  • Wissenstestphase online/asynchron: das Wissen wird anhand von Selfassessments, Reflexions- und Transferfragen geprüft und gefestigt. 

Diese Phasen können sich im Rahmen der Veranstaltung mehrfach wiederholen. Als intensiv und seriell verzahnte Fortentwicklung des Blended Learning fokussiert das inverted classroom auf die vollständige Verlagerung der Inhaltsvermittlung und des Selfassessments in die selbstgesteuerten Online-Phasen; die Präsenzsitzungen dienen ausschließlich sozialen Lernprozessen, in denen Beziehung entsteht und die Lerninhalte vertieft werden (z.B. Austausch, Diskussion, Aktivierung, Üben, Transfer, Fragen). 

Herausforderung:

Im hybriden umgedrehten Kassenzimmer gilt es besonders, eine klare Strukturierung der Veranstaltung aufzusetzen, transparent zu machen und verlässlich umzusetzen. Die Inhaltsvermittlung in diesem Format findet ausschließlich in der asynchronen Selbstlernphase statt, um die gemeinsame Zeit für soziales Lernen nutzen zu können. Bis Ihre Lernenden sich auf diese „Kultur“ einstellen und tatsächlich gut vorbereitet in die synchrone Sitzung kommen, wird unter Umständen einige Zeit dauern. 

Lösungsvorschlag:

Stützen Sie sich auf unsere Empfehlungen zum Blended Konzept für die hybride Lehre. Legen Sie darüber hinaus viel Wert auf die soziale Interaktion, den Gruppenprozess und das „Ankommen“ beider Gruppen in diesem Format. Thematisieren Sie, wie ihre Lernenden in diesem Setting am zielführendsten arbeiten können und sollten. Nehmen Sie sich Zeit zum Einüben der Technologien in der Gruppe und klären Sie die Gruppe über die Rolle des Konnektors/ Co-Moderators auf. Halten Sie daran fest, in den hybriden Präsenzsitzungen keine Inhalte zu wiederholen. Besondere Bedeutung kommen hier den Assessments, nicht zuletzt auch in Form von formativen Selbsttests zur Lernstandkontrolle, als Instrument zur Motivation zum kontinuierlichen Lernen und als Rückmeldung für Sie als Lehrenden zu. 

1.4 "Rapid" Hybrides Inverted Classroom

Für eine schnelle Umsetzung des inverted Classrooms Konzepts können Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Inhaltsvermittlung: Für die Selbstlernphase werden (vorhandene) Vorlesungsaufzeichnungen eingesetzt. Diese werden  unter didaktischen Aspekten bearbeitet und – soweit möglich - im Umfang reduziert: 
    • weniger relevante und situative Informationen werden entfernt.
    • Das Vortragsvideo wird in Sinneinheiten von 5-15 Minuten aufgeteilt.
    • Lernorganisationselemente (z.B. Kursablauf, Termine und Links) und Zusatzinformationen werden auf StudOn zur Verfügung gestellt.
  • Austauschphase: synchrone Veranstaltungen in Präsenz und/oder online via Videokonferenz. Hier findet die interaktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten bzw. die Diskussion statt. 
  • Wissenstest: Das Wissen wird anhand von Selfassessments, Reflexions- und Transferfragen geprüft und gefestigt. Diese Phase findet auf StudOn statt, Elemente wie Tests, Übungen, interaktives Video werden für die Lernzielkontrolle eingesetzt. 

1.5 Rotationsmodell

Das Rotationsmodell erlaubt den Studierenden, nach einem festen Zeitplan/Konzept durch Arbeitsstationen zu rotieren, wobei mindestens eine der Stationen eine Online-Selbstlernstation ist. 

Beispiel mit drei Stationen

  1. Selbstlernstation zum selbstständigen Lernen und Üben: Die Online-Lernstation wird z.B. durch die Nutzung einer Lernplattform wie StudOn asynchron zur Verfügung gestellt
  2. Interaktionsstation mit digitaler und Raum-Präsenz für Echtzeit-Feedback: Die Studierenden diskutieren und probieren synchron das Gelernte aus, interagieren mit dem Lehrenden und erhalten Echtzeit-Feedback. Hier werden Verbindungen mit Peers und Lehrenden hergestellt und die Lehrenden bekommen Rückmeldung über den aktuellen Lernfortschritt ihrer Studierenden.
  3. Kollaborationsstation zum gemeinsamen Lernen mit Peers und für unabhängiges Üben (synchron in Gruppen/asynchron):  Diese Station kann in einer gemischten Kleingruppe (digital und/oder Vorort) oder einer Vorort-Gruppe und einer reinen online Gruppe durchgeführt werden. 

Herausforderung:

Das Rotationsmodell erfordert aufgrund der höheren Flexibilität für die Studierenden eine noch konkretere Planung und strukturelle Begleitung der Lernenden durch die Lehrenden. 

Lösungsvorschlag:

In der Lernplattform werden die Stationen sowie der Zeitplan strukturell nachgebildet und transparent gemacht, z.B. über Lernpläne, Kalendereinträge und Erinnerungen unterstützt. Die Studierenden registrieren sich für die einzelnen Stationen online, nicht zuletzt, um die aktuell gültigen Raumbelegungs- und Hygieneregeln einhalten zu können. 

1.6 Present & Discuss

In diesem Format findet ein Lehrvortrag (vor Ort) statt. Der Vortrag wird live gestreamt und die Studierenden sind in kleinen Diskussionsgruppen – vor Ort und online – organisiert. Während des Vortrags werden in einem separaten, digitalen Tool, wie bspw. Chat-Tool auf StudOn Fragen und Anmerkungen zum Vortrag gesammelt. Die digitalen Diskussionsbeiträge werden zu festgesetzten Zeiten in der Präsenzveranstaltung aufgegriffen und weiter diskutiert.  

Herausforderung:

Dieses Format erfordert Diskussionsbereitschaft und aktive Beiträge aller Studierenden unabhängig von deren Aufenthaltsort (online oder Vorort). Sie als Lehrender sind gefordert, den Überblick über aufkommende Beiträge zu behalten, diese inhaltlich sinnvoll zu strukturieren und zu moderieren und gleichzeitig für eine Aktivierung der „stillen“ Teilnehmenden zu sorgen. 

Lösungsvorschlag:

Sozialisieren Sie zu Beginn des Kurses Ihre Lernenden durch spielerische Diskussionsübungen zu einem alltäglichen Thema, zu dem ein möglichst großer Teil der Teilnehmenden etwas beitragen kann. Ein Konnektor/Co-Moderator, i.d.R. eine studentische Hilfskraft sammelt und sortiert die Anfragen aus dem Chat und macht die Live-Antworten des Lehrenden durhc Eintragen in den digitalen Bereich für alle verfügbar.

1.7 HyFlex-Konzept

Hyflex (nach Dr. Brian Beatty von der San Francisco State University) ist eine Wortschöpfung aus „hybrid“ und „flexible“ und steht für eine Blended Learning Variante. Die Studierenden können für jede Lernphase flexibel entscheiden, ob sie diese virtuell oder nicht-virtuell durchlaufen wollen. In diesem Modell können die Studierenden zwischen einer vollständig online Version einer Veranstaltung und einer vollständig synchronen Version derselben Session quasi „nahtlos“ wechseln. Die HyFlex-Variante bietet maximale Wahlmöglichkeiten für die Lernenden und unterstützt deren jeweilige aktuelle Lebenssituation und Bedürfnisse sowie den individuellen Lernbedarf optimal. Das Ziel von HyFlex besteht darin, sowohl die Online- als auch die Präsenzveranstaltungen absolut gleichwertig zu gestalten.

Herausforderung:

In der Pandemie-Zeit kann diese Lösung , was die räumlichen Kapazitäten angeht, organisatorisch anspruchsvoll sein, denn Social Distancing und damit einhergehende Höchstbelegzahlen der Präsenzräume brauchen eine stärkere Planung. Die Online-Sitzung soll dabei als gleichwertige Alternative zur Präsenzsitzung konzipiert und durchgeführt  werden. Unterrichtssitzungen sind nicht als passives Beobachten eines Videostreams gedacht, sondern als vollständig interaktives Engagement, einschließlich Fragen und Antworten, Gruppenarbeit (wenn möglich) und Präsentationen. Dementsprechend erfordert dieses Design umfangreiche didaktische, personelle und technische und Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bietet das Online Format Grenzen, wenn es darum geht, manchen Prozess des sozialen Lernens, der Gruppenbildung und Motivation online gleichwertig zu initiieren und zu begleiten. 

Lösungsvorschlag:

Planen Sie die beiden Sitzungen eines Kurstages (eine in Präsenz und eine online) für das komplette Semester absolut identisch, was das Tempo und das Material angeht, damit Ihre Studierenden nach Bedarf hin und her springen können. Achten Sie auf ein starkes Kursmanagement und eine tiefe Integration der Kommunikation während des gesamten Semesters. Damit HyFlex funktioniert, muss das Klassenzimmer mindestens mit einer Kamera, Videokonferenzfunktionen und einer Möglichkeit zur Interaktion mit den Schülern aus der Ferne ausgestattet sein. Fortgeschrittene HyFlex-Klassenzimmer[2] können auch Monitore am Rande des Klassenzimmers beinhalten, die es den Professoren ermöglichen, Studierende zu sehen und anzusprechen, die aus der Ferne live an der Klasse teilnehmen. Geben Sie den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich für jede Präsenzeinheit einzeln anzumelden, bis die maximal mögliche Anzahl an Präsenzplätzen belegt ist. 

2. Lehr- und Lernelemente für die hybride Lehre

Für eine gute hybride Lehre gelten alle Aspekte, die für eine gute Präsenzveranstaltung gelten und alle Aspekte, die für eine gute Online-Veranstaltung gelten. Planen Sie viel Zeit ein für die Sozialisierung Ihrer Lernenden in der hybriden Umgebung: Kennenlernen der Gruppe, Vertrautmachen mit der Technik, (neue) „Spielregeln“, Orientierung und Struktur, Rückmeldekanäle etc. 

Orientieren Sie sich bei der Konzeption Ihrer Lehrveranstaltung an einer stimmigen Verzahnung aller vier didaktischen Aktivitäten

Vermitteln, d.h. das Gestalten und Produzieren von Lernmaterialien

Es gibt eine Vielzahl von Lehrmaterialien, die im passwortgeschützten Bereich der Online-Lernumgebung (StudOn) eingesetzt werden können: 

  • Lehrbücher, Journals oder eine Vielzahl von Lernelementen, die als Open Educational Resources (OER) frei nutzbar sind
  • StudOn-Kurs für die Lernorganisation
  • Multimedia-Lernmodule mit StudOn oder mit einem anderen Autorensystem 
  • Lernskripte, vertonte Powerpoints, Screencasts als Pod- oder Vodcast
  • Vorlesungsaufzeichnungen, Lernvideos (Vodcasts), Lernfilme, Podcasts
  • Scribble-Videos, d.h. handschriftlichen Erklärung auf einem Blatt Papier (oder Tablet für die Aufzeichnung nutzen)
  • eigene Präsentation an einem Flipchart oder einem Whiteboard mit dem Smartphone aufgezeichnet und Online als Lehrvideo zur Verfügung gestellt. 
  • synchrone Präsentation in einer Video-Konferenz (Diese Präsentation kann ebenfalls aufgezeichnet werden)
  • Live-Stream einer Präsentation
  • Interaktives Video auf StudOn (interaktives Video-Plug-In oder H5P; oder mit Camtasia produziert und mit Fragen und/oder Kommentarfeld versehen) 
  • Lernsequenz auf StudOn
  • u.v.m.

Aktivieren, d.h. das Gestalten von Anlässen/Aufgaben für die Aktivierung der Studierenden

  • Umfragen für die Aktivierung zwischendurch
    • Relativ unkompliziert lassen sich Umfragen mit ZOOM in einer Video-Konferenz einbinden
    • Ebenso kann man auf StudOn mit dem Element „Live-Voting“ einfache synchrone Umfragen erstellen – das StudOn-Objekt „Abstimmung“ ermöglicht kleine asynchrone Impulse.
    • Mit dem Tool Mentimeter kann man etwas aufwendigere Umfragen, Wortwolken oder Freitexteinträge realisieren.
  • Mindmaps und Konzeptmaps für die kollaborative Erarbeitung eines Themas
  • Foren, Chat und Messenger für die Diskussion von Themen in der Gruppe oder zu zweit.
  • Etherpad für kollaboratives Schreiben oder Bearbeiten von Texten
  • Interaktives Video zur Aktivierung beim Betrachten von Lernfilmen: lassen sie das Video automatisch stoppen und fügen Sie Test- oder Reflexionsfrage, sowie Aufträge zur Annotation des Gelernten ein
  • Lernkarten zum Trainieren und Vertiefen bereits erworbenen Wissens
  • Online-Whiteboard für die Zusammenarbeit, Themensammlung und -strukturierung
  • u.v.m.

Für weitere Ideen siehe Digitale Tools – Aktivierung, Interaktion & Kollaboration.

Betreuen, d.h. das Gestalten von unterstützenden Kommunikationselementen (Individuell und Gruppe)

  • E-Mail, Video, Podcast als Begrüßung zur Veranstaltung, Begrüßungsvideo
  • Moderiertes Forum für angeleitete Diskussion und für die Klärung von offenen Fragen
  • Videosprechstunde für direkte bilaterale Betreuung
  • Breakoutrooms im Rahmen größere Sitzungen zur direkten Kommunikation in kleinen Gruppen
  • Kommunikation in der Kleingruppe: z.B. gemeinsames Schreiben eines Wiki-Beitrags 
  • (Peer-)Feedback in Gruppen
  • u.v.m.

Für weitere Ideen siehe Digitale Tools – Aktivierung, Interaktion & Kollaboration.

Assessment, d.h. das Gestalten von Aufgaben für die Lernzielkontrolle und das Bewerten der Kurse

  • Formative oder summative Selbsttests zum Überprüfen des Wissens: Testobjekt auf StudOn – MC, Single Choice, Zuordnungsaufgaben, Hotspots oder Lückentext mit Musterlösungen und/oder individuellem Feedback
    Tipp: bauen Sie idealerweise von Semester zu Semester einen wachsenden Fragenpool auf
  • E-Prüfungen als Leistungsnachweis
  • Einreichen von Übungen – mit Feedback durch Peers, Tutoren oder den Lehrenden 
  • E-Portfolio oder Blog für die Selbstreflexion und Dokumentation
  • Umfragen, um Feedback der Teilnehmenden zum Kurs einzuholen 
  • Motivation durch transparentes Tracking des individuellen Lernstandes anhand des StudOn-Lernplans
  • u.v.m.

Für weitere Ideen siehe Digitale Tools – Aktivierung, Interaktion & Kollaboration.

3. Empfehlungen für hybrides Lehren

Planen

Planen ist besonders wichtig bei der hybriden Lehre. Informieren Sie sich vorab zu den unterschiedlichen Themen und holen Sie sich ggf. Unterstützung.

Der Raum. Welche Lehrräume sind für die hybride Lehre bereits ausgestattet oder können mit mobilen technischen Einheiten ausgestattet werden?

Die Technik. Welche Technik steht zur Verfügung, wie ist die genaue Handhabung und wer kann beim Aufbau unterstützen?

Einteilung der Gruppe in Präsenz- und Online-Teilnehmende. Die Bedarfe der Studierenden müssen ganz besonders beachtet werden: Manche Studierende können nicht an Präsenzterminen teilnehmen, z.B. weil sie keine Wohnung in der Region haben, zur Risikogruppe gehören, keine entsprechende technische Ausstattung besitzen, die Internetverbindung instabil ist oder die Wohnsituation keinen Rückzugsraum für die Konferenzen ermöglicht.

Die Pausen. Planen Sie ausreichend Pausen ein – motivieren Sie Ihre Studierenden zu aktiven Pausen. Wechseln Sie öfter zwischen Plenum-, Kleingruppen- und individuellen Phasen. Versuchen Sie, wenn technisch möglich – gemischte Arbeitsgruppen aus „Onlinern“ und im Unterrichtsraum Anwesenden zu bilden. 

Tipps für die besonderen "hybriden" Herausforderungen

Die Interaktion mit den Studierenden. Die zeitgleiche Kommunikation mit zwei Gruppen auf unterschiedlichen Medien ist eine Herausforderung. Die Diskussionsbeiträge von Studierenden im Raum (diese tragen ggf. auch Masken) werden nicht immer online übertragen. Gruppenarbeiten mit gemischten Gruppen aus Onlinern und Vorort-Teilnehmenden, die für eine (gleichwertige) hybride Lehre wichtig wären, sind aus Gründen der Raumakustik, Technik oder wegen Abstandsregeln vor Ort oft nicht möglich. 

Tipps:

  • Es empfiehlt sich, die Fragen/Wortmeldungen zu wiederholen oder Fragen und Beiträge aller Studierenden (Präsenz- sowie Online-Gruppe) über ein Online-Tool zu sammeln und einzublenden. Diese Aufgabe kann vom Konnektor übernommen werden.
  • Setzen Sie Konnektoren/ Co-Moderatoren ein, die Sie bei der Betreuung der Lernenden und der Koordination der Kommunikation unterstützen. 
  • Versuchen Sie – sofern die technischen Gegebenheiten es ermöglichen- gleichwertige gemischte Arbeitsgruppen mit Onlinern und Vorort Teilnehmenden zu bilden, um beide Gruppen gleichermaßen in den Lernprozess einzubeziehen und eine gegenseitige Unterstützung und Motivation zu katalysieren. 

Die Beherrschung der Technik.
Wenn Sie als Lehrender gleichzeitig die Technik, die Fachinhalte und die Gruppenprozesse Ihrer Lernenden im Blick behalten möchten, dann wird dies durch die vielfältigen Anforderungen die Aufmerksamkeit für Ihre Lehre nicht gerade verbessern. 

Tipps:

  • Auch hier können die Konnektoren/ Co-Moderatoren Sie bei der technischen Umsetzung (Einrichten und Umschalten zwischen den unterschiedlichen Kameras und Mikrofonen, Fehlerbehebung) unterstützen und die Verbindung zwischen physischem und virtuellem Raum technisch und organisatorisch herstellen.
  • Tauschen Sie sich mit Ihren Kollegen und dem Digitale Lehre-Team der FAU aus, was die verfügbare Technik, funktionierende Installationen und Erfahrungen mit den entsprechenden Settings angeht.

 


[1]                Vgl. auch „Blended Learning: Die richtige Mischung macht’s“ - Ein praktischer Ideengeber für digital unterstützte Lehr-/Lernkonzepte.
Bibliographie: Gerner, V., Jahn, D. & Schmidt, C. (2019). Blended Learning: Die richtige Mischung macht’s! Hochschuldidaktischer Leitfaden. https://www.ili.fau.de/wp-content/uploads/2019/12/Leitfaden-Blended-Learning-2019.pdf

[2]          In Real Presence Experience (RPX)-Räumen können die Studierenden alle „in Lebensgröße“ auf einem großen Bildschirm in einem speziell gestalteten Seminarraum eingeblendet werden und so virtuell noch stärker präsent sein.