Kalender 2017 - November

11 november

Funktion von Emojis

In der computervermittelten Kommunikation sind Emoticons und Emojis kaum mehr wegzudenken. Mit ihrer Hilfe wird digital gelächelt, gezwinkert oder traurig geschaut. Somit können beim Schreiben von Textnachrichten non- und paraverbale Botschaften wie Gefühle und Stimmungen ausgedrückt werden. Das Wort Emoji bedeutet aus dem Japanischen übersetzt so viel wie Bildzeichen. Emojis sind Ideogramme, also Schriftzeichen, die einen ganzen Begriff umschreiben. Sie können beispielsweise so happy oder so sad aussehen. Die schon etwas älteren Emoticons (Emotion + Icon) bestehen lediglich aus einer Zeichenkette, sie werden entsprechend so :-) oder so :-( dargestellt. Ihren Ursprung finden Emoticons im Jahr 1982 in den USA. Der Informatiker Scott Fahlman nutzte die Zeichenkette :-) um Scherze zu kennzeichnen1. Emojis hingegen wurden erst Ende der 1990er Jahre in Japan entwickelt, mit der Absicht, den Umsatz von SMS-Nachrichten im Mobilfunknetz anzukurbeln. Anfangs gab es Probleme mit der Kompatibilität der verschiedenen Betriebssysteme, was aber zwischenzeitlich gelöst wurde. Mittlerweile gibt es sogar einen internationalen Emoji-Standard2. Die kleinen Zeichen zeigen nicht nur Gesichtsausdrücke. Darstellbar sind beispielsweise auch Wetterzustände, Fahrzeuge, Gebäude, Getränke und Lebensmittel, Tiere, Pflanzen oder Aktivitäten3.

Für die zwischenmenschliche Kommunikation sind nonverbale Informationen unabdingbar. Ein Lächeln wird als universeller Gesichtsausdruck weltweit erkannt und unabhängig vom Kulturkreis ähnlichen emotionalen Zuständen zugeordnet. Emoticons und Emojis sind Beispiele für den kreativen Umgang mit den (beschränkten) Interaktionsmöglichkeiten der Online-Kommunikation. Auf relativ einfache Weise können somit auch in Textnachrichten nonverbale Botschaften gesendet werden, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden1.

In Großbritannien wurde 2015 sogar ein Emoji zum Wort des Jahres gewählt. Die Wahl fiel auf das lachende Smiley-Gesicht, dem Tränen der Freude über die gelben Wangen rinnen. Begründet wurde dies mit der häufigen Verwendung des besagten Emojis, ganze 20 Prozent aller verwendeten Emojis fielen auf dieses Smiley. Der Leiter von Oxford Dictionaries, Caspar Grathwohl, bezeichnete die kleinen Zeichen als eine wichtige Form der Kommunikation, die die Fähigkeit haben, sprachliche Grenzen überwinden zu können4.

In einer Vielzahl von Studien wurden unterschiedlichste Szenarien untersucht, bei denen Emojis oder Emoticons zum Einsatz kamen. In der Regel werden Emojis in informellen Kontexten positiv bewertet. Studienergebnisse zeigen, dass ein positives Emoticon die Wirkung einer positiven Nachricht verstärkt5 und der Schreibende positiver wahrgenommen wird. Ein Smiley in einer Nachricht kann sogar positiven Einfluss auf die Stimmung des Adressaten haben. Im beruflichen Kontext sollten Emojis jedoch eher sparsam zum Einsatz kommen. In Studien wurde die Verwendung als eher unangemessen bewertet, da Nachrichten, bei denen Emojis Verwendung fanden, unprofessioneller wirkten. Im Bereich der Kundenbetreuung scheint der Einsatz von Emojis jedoch auch im professionellen Umfeld nutzbringend zu sein, da die Berater durch Verwenden von Emojis Emotionalität und Mitgefühl signalisierten6.

Letztlich ist wohl vor allem die starke Ausbreitung mobiler Kommunikationstechnologien ein Grund für die rasante Entwicklung der Emojis. Die kleinen Zeichen sind Bestandteile unseres Alltags geworden, viele Menschen haben sie als tägliche Begleiter liebgewonnen und wollen nicht mehr auf ihre Nutzung verzichten1.


Quellen/Sources: